Willkommen auf dem Schäferhof Langenstein

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Landhotel
Merino Herdbuchzucht e.V.
Kultur- und Festscheune

Historischer Rückblick 

Der Schäferhof, ein denkmalgeschützter Vierseitenhof aus dem Jahr 1823, ist die älteste Hofanlage im idyllischen Dorf Langenstein, das wegen seiner landschaftlichen Schönheit als "Perle des Nördlichen Harzvorlandes" bekannt wurde.

Für die Entstehungsgeschichte des Ortes spielt die Altenburg eine bedeutende Rolle. Sie ist wahrscheinlich schon mehr als 500.000 Jahre bewohnt gewesen. Die Altsteinzeitler schätzten solche Felsenzüge mit natürlichen und künstlichen Höhlen genauso wie später die Neandertaler und Urgermanen. In altgermanischer Zeit siedelte sich ein Herrenhof am Fuße des "Langen Steines" an - unser heutiger Schäferhof.

Der erste "Herr", der sich hier niederließ, war wahrscheinlich ein Cherusker oder Hermundure. Er hatte sehr früh erkannt, dass der 300 Meter lange Felsrücken unter den damaligen Bedingungen fast uneinnehmbar war und man für die Verteidigung nur wenige Leute benötigte. Dazu bot der langgestreckte Berg viel Platz für "das Volk" aus der weiteren Umgebung. Bei Gefahr zogen die Bewohner des Herrenhofes, die Dorfbevölkerung und die Bewohner aus den umliegenden Orten mit dem gesamten Vieh und allen Vorräten auf den Berg. Die Altenburg war also eine altgermanische Fluchtburg.

Bischof Ullrich (Regierungszeit 1149-1160 und 1177-1180) musste sich vom ersten Tag seiner Herrschaft an gegen die Übergriffe des Herzogs Heinrich "Dem Löwen" von Braunschweig wehren. Er ließ 1177/1178 ein sicheres Bollwerk - sein "Bischofsheim" - auf der Altenburg errichten und verlegte seine Residenz hier her. Nach Bischof Ullrich residierten noch 17 weitere Bischöfe auf der Burg.

1368 fand die Glanzzeit der Burg ein jähes Ende als Bischof Albrecht III. von Rickmersdorf den Bischofssitz in das neu erbaute Schloss Gröningen verlegte. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Geschichte der Altenburg geprägt von Zerstörungen, Wiederaufbau, Verpfändungen, kriegerischen Auseinandersetzungen und nur kurzen Friedenszeiten.

Nun wurde das große Arial des 300 Meter langen Bergrückens mit den zahlreichen Burgbauten, die Kasematten für die Soldaten und die Höhlenwohnungen nicht mehr benötigt. Ein langsamer aber unaufhaltsamer Verfall setzte ein.

Als die Schweden 1644 Langenstein erreichten, fanden sie nicht mehr viel zum Zerstören vor. Aus Wut plünderten sie das Dorf vollkommen aus und setzten viele Häuser in Brand. 1653 erfolgte der endgültige Abbruch der Burg. Mit den Sandsteinquadern soll der Schafstall auf dem Schäferhof errichtet worden sein, der noch heute genutzt wird. Mit dem größten Teil der Abbruchsteine wurde der Amtshof erbaut.

Der Schäferhof blieb weiter Wirtschaftshof der jeweiligen Besitzer. Auf der Altenburg blieben nur wenige Mauerreste als Zeugen der imposanten Burganlage erhalten und eine rekonstruierte Höhlenwohnung, die bis 1916 bewohnt war. Von der höchsten Spitze des Berges aus kann man einen traumhaft schönen Ausblick auf das Dorf, Halberstadt, den Harz sowie das gesamte Nördliche Harzvorland genießen.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wechselte Langenstein mehrmals die Besitzer:

Valentin von Sundhausen (1531), Ludolf von Alvensleben (1561), die Edlen von der Planitz (1662) und Prinz Ludwig von Preußen (1742) - Bruder von Friedrich dem Großen.

1774 erwarb Marie Antoinette von Branconi Langenstein. 1777-1782 ließ sie das Schloss erbauen. 1783 und 1784 besuchte Johann Wolfgang von Goethe auf seinen Harzreisen seine "Fee von Langenstein". Franz Anton Salvator von Branconi übernahm nach dem Tode seiner berühmten Mutter das Gut und verkaufte später an den Amtsrat Reinecke.

1855 erwarb der Oberamtmann Wilhelm Rimpau Langenstein. Zu seinem Besitz gehörten der Amtshof, das Schloss, der Schlosspark, der Schafhof, die Mühlen, Wälder, Felder, Weiden und Teiche. 1913 erwarb er das Gut Böhnshausen. Wilhelm Rimpau betrieb im großen Stil Pflanzenzucht. Seine "Triticale rimpauii", eine neue Kreuzung von Roggen und Weizen, war die erste künstliche Kulturpflanze der Welt und brachte ihm den Namen "Vater der systematischen Getreidezucht" ein. 1861 begann man mit dem Aufbau der Herdbuchzucht der Merinofleischschafe. Die Schäferei erlebte einen großen Aufschwung. Der neue 1823/1824 von Franz Anton Salvator von Branconi erbaute große Schafstall bot dazu die besten Voraussetzungen.

Im Herbst 1945 wurde die Bodenreform durchgeführt. Auch der gesamte Rimpauische Besitz wurde enteignet und zu einem anerkannten staatlichen Saatzuchtbetrieb umgewandelt. Die Forschungsarbeiten konnten weitergeführt werden. Auch die Merino-Fleischschaf-Herdbuchzucht lief mit großem Erfolg weiter.

Mit der Wende änderten sich die Besitzverhältnisse abermals. Ein Verein zur Rettung und Erhaltung der ältesten Stammherde Deutschlands formierte sich und kaufte 1996 den Schäferhof. Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins war und ist die Einbeziehung der Tiere im Bereich Landschaftspflege, um mittels extensiver Tierhaltung zum Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaft des Harzes und des Harzvorlandes beizutragen.
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